Gaddafi ist tot? Na dann können wir ja gehen…

Wieder einmal scheint die Ignoranz der UN keine Grenzen zu kennen.

Nachdem Gaddafi gestürzt und getötet wurde und das Land droht im Chaos zu verenden, bittet der Übergangsrat die UN im Land zu bleiben und mit zu helfen, einen Startpunkt für eine neue Zeit in Lybien zu setzen. Die Entscheidung der vereinten Nationen lässt mich wirklich an der Intelligenz selbiger zweifeln.

„…Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat einstimmig für das Ende des NATO-Einsatzes in Libyen gestimmt. Nach dem Votum des UN-Gremiums endet das Mandat zum Schutz der libyschen Zivilbevölkerung am 31. Oktober um 23.59 Uhr Ortszeit. Gleichzeitig wird die Flugverbotszone über Libyen aufgehoben. …“ (tagesschau.de)

Wie kann man als so eine Macht verantworten, ein Land in dieser Situation alleine stehen zu lassen. Warum beenden sie die „Hilfsaktion“ gerade jetzt?!

Den ganzen Artikel gibt es hier.

Gaddafi ist tot

Die Nachricht habt ihr jetzt sicherlich schon auf mehreren Seiten gesehen, über den Inhalt brauche ich also denke ich mal nicht mehr berichten. Was mir jedoch auffällt, ist die unglaubliche Dramaturgie die die Medien zum besten geben. Es wirkt fast so als wären sie traurig.

Den Vogel schießt sicherlich der Beitrag von sueddeutsche.de ab… „Bunte Stoffe und ein Gewehr im Anschlag“

…?! Ich hätte ihn auch lieber in den Haag gesehen, aber man muss ja nicht gleich die Trauerlieder anstimmen und die BUNTE/BILD Berichterstattung auspacken…

Nur die titanic bringt’s mal wieder auf den Punkt 🙂

Die CIA und Gaddafi

Die CIA und das MI-6 sollen wohl doch etwas enger mit dem Diktator zusammen gearbeitet haben als zuvor bekannt.

„…Er soll Terrorverdächtige in libysche Foltergefängnisse verfrachtet und Reden für den Despoten formuliert haben. Der US-Geheimdienst CIA soll enger als bislang bekannt mit Gaddafis Regime zusammengearbeitet haben. Das geht Medienberichten zufolge aus Dokumenten hervor, die in Tripolis aufgetaucht sind. Auch der britische MI-6 pflegte demnach ein enges Verhältnis zu dem Diktator…“

Den Artikel aus der sueddeutschen gibt es hier.

G36 in Lybien

Die Beschwerden nehmen ja immer mehr zu „Deutsche Gewehre in Lybien“ und das auch noch um Rebellen und Zivilisten abzuschießen…

„…Wie gelangten deutsche Sturmgewehre der Firma Heckler & Koch, die Rebellen in Gaddafis Palast erbeutet haben, nach Libyen? Ein Augenzeuge berichtet, die Sicherheitskräfte des Despoten hätten bereits 2005 damit geschossen. Offiziell hat die Bundesrepublik keine Gewehre nach Libyen geliefert – Experten vermuten aber einen „dunklen Kanal“ im internationalen Waffenschmuggel…“

Doch nicht nur Deutschland, als Teil der Nato, hat Waffen für Lybien geliefert und somit den vermeintlichen Gegner aufgerüstet. Auch Frankreich und Großbritannien stecken wohl tief in der Geschichte.

„…Am stärksten waren die Briten vertreten, sie boten gepanzerte Fahrzeuge für Gaddafis Polizei an, Tränengas, Scharfschützengewehre, Kommunikationssysteme für die T-72-Panzer. Die Franzosen hatten die Rafale-Militärjets im Angebot und die Anti-Panzer-Raketen Milan. Die Österreicher verkauften Glock-Pistolen, die Lieblingswaffe der deutschen Spezialeinheit GSG 9…“

Den Artikel der sueddeutschen.

Lybien’s Gefängnisse

Es erinnert an die Gräueltat im Abu Salim-Gefängnis 1996, damals wurden an einem einzigen Tag 1200 politische Gefangene exekutiert.

Lybien nach den Aufständen, nach der gewalttätigen Revolution, scheint einem Verbrechen Gaddafis noch ausgesetzt. Immer mehr Berichte von Gefangenen politischen Gegnern die sich seit dem 15. Februar gegen das Regime aufgestellt haben, kommen an’s Tageslicht. Wie z.B. von den Brüdern Tabib und Faisal…

„…In genau diesem Wagen, in genau dieser Zelle wurde ich vier Tage festgehalten“, sagt Abu Bakr Tabib. „Kein Sauerstoff, unerträgliche Hitze. Wir bekamen 30 Stunden lang weder Wasser noch Essen, mussten in die Hose machen. Der Gestank war unerträglich…“

Sie berichten das der besagte Wagen nicht größer war als ein Geldtransporter, dennoch gab es sieben Zellen wo die Gefangenen, mit den Händen an den Metallboden gekettet und dem Kopf eingezogen an der Tür des Käfigs verharren mussten. Dazu die ständige pralle Sonne, die auf den metallenen Wagen schien und die psychische Belastung. Der Tod wurde zur Drohgebärde der Wärter, die die Gefangenen pausenlos beschimpften, schlugen und beleidigten. Nach vier Tagen wurden sie in das berüchtigte Gefängnis Abu Salim gebracht…

„…Tabib und Faisal können froh sein, dass sie mit dem Leben davonkamen: Am Vortag waren in der Halle, vor der der Gefängniswagen steht, noch mehr als vier Dutzend verbrannte Leichen gelegen. Es waren die sterblichen Überreste von Gefangenen des Gaddafi-Regimes. Überlebende des Massakers in dem provisorischen Gefängnis nahe des internationalen Flughafens von Tripolis berichteten, drei oder vier Milizionäre hätten Handgranaten in die Lagerhalle geworfen, während andere Soldaten vom Dach aus mit Maschinenpistolen auf die Wehrlosen Gefangenen schossen. Später wurde das Gefängnis in Brand gesteckt…“

Unter den Opfern waren nicht nur Rebellen/Zivilisten sondern auch eigene Soldaten die dem Schießbefehl auf die Gefangenen nicht nachkamen…

„…Vertreter der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zählten die sterblichen Überreste von mindestens 45 Menschen in der ausgebrannten Wellblechhalle. Die Organisation geht aber von etwa 150 Toten allein in diesem Gefängnis aus: Manche Opfer waren bereits bestattet worden. Nur etwa 20 Menschen hätten während der Massenhinrichtung fliehen können…“

Einer der Flüchtlinge war Fathallah Abdallah, er verlor mindestens zwei seiner drei Söhne bei dem Massaker.

Auf dem Geländes dieses Lagers wurden zwei, von Schaufelradbaggern ausgegrabene, Gruben mit Leichen gefunden.

„…Die Zahl der in den Monaten des Aufstands Gefangenen soll aber wesentlich höher sein. Der Nationale Übergangsrat erklärte, er gehe von 50.000 bis 67.000 Verhafteten allein in den vergangenen sechs Monaten aus. Zudem errechneten die Rebellen, dass in den vergangenen sechs Monaten im Kampf gegen Gaddafi insgesamt 50.000 Kämpfer und Zivilisten getötet wurden…“

Den gesamten Artikel könnt ihr hier, auf sueddeutsche.de nachlesen. (Seite 1 von 3)

Gaddafi-Familie flüchtet nach Algerien

„…Teile der Gaddafi-Sippe haben sich aus Libyen abgesetzt. Nach Angaben des Außenministeriums in Algier sind die Frau des Despoten, dessen Tochter und zwei Söhne in Algerien eingetroffen. Der gestürzte Diktator selbst soll sich noch in seinem Heimatland aufhalten…“

Der gesamte Text auf Spiegel Online