Radiohead – Weird Fishes_Arpeggi

Netzneutralität fällt aus

Das sich die Regierungsparteien jetzt mit den Errungenschaften in puncto Telefonwarteschleifen, Call-by-Call und Werbeanrufen schmücken, stößt bei mir auf Unverständnis den mit die wichtigste und verheerendste Entscheidung wird hierbei außer Acht gelassen.

„…All das ist gut und schön. Doch die wahren Probleme hat die Bundesregierung so nicht bekämpft. Sie hat die Novelle nicht eingesetzt, um Netzneutralität zu verankern und sie hat auch den Breitbandausbau nicht zur Pflicht gemacht. So hat die Regierung verpasst, die beiden dringendsten Fragen in der Regulierung der Telekommunikation endlich zu klären. …“ (zeit.de)

Man wollte gestern nämlich auch entscheiden das  jeder in Deutschland den gleichen Anspruch auf Internet haben kann und das nicht die Unternehmen entscheiden wann und wo sie ihre Kabel verlegen. Eine Verpflichtung sollte beschlossen werden das keiner, aufgrund seines Wohnortes, benachteiligt wird.

„…Zum zweiten Mal – nach der vergebliche Debatte in der Internet-Enquete-Kommission – ist der politische Versuch gescheitert, das Internet als lebenswichtige Infrastruktur und Basis unseres Zusammenlebens so vielen Einflüssen wie möglich zu öffnen. Das spielt all jenen in die Hände, denen es allein darum geht, mit dem Netz und durch das Netz Geld zu verdienen und Macht auszuüben. …“ (zeit.de)

Die Unternehmen nutzen ihre Kunden immer wieder aus und drehen ihnen teure Verträge, mit hoher Geschwindigkeit, an, die die Kunden aber nie nutzen können. Ihr Netz ist dafür nicht ausgelegt und dieses wollen die Unternehmen auch nicht ausbauen bzw. verbessern.Verpflichtungen und Gesetze hätte geholfen, doch die Regierungsparteien sind der Meinung das sich der Markt „selber regulieren“ würde…

„…Wie ein Mantra wiederholen die Gegner des Konzeptes, es brauche keine Gesetze und keine Regulierung, der Markt werde alles zur Zufriedenheit aller regeln. Das ist eine schöne Hoffnung, doch sie trügt. Noch nie hat ein unregulierter Markt von sich aus dafür gesorgt, dass alle sich beteiligen können. Immer ergibt sich ein Ungleichgewicht. Wenige besitzen alles, viele nichts. …“ (zeit.de)

Doch es wird beruhigt…

„…Die Union feiert die Entscheidung trotzdem als Erfolg. Man sei, sagte der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Technologie der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer, auf dem besten Weg, das gesteckte Ziel zu erreichen. Spätestens bis 2018 könne man flächendeckend Zugänge mit 50 Megabit pro Sekunde anbieten. Bis dahin sind es allerdings noch sieben Jahre. Im Netz eine lange Zeit. Was bedeutet, dass diese Anschlüsse, wenn sie endlich in der Erde liegen, wahrscheinlich längst nicht mehr den aktuellen Anforderungen genügen. Mit einem Gesetz hätte dieses Ziel schneller erreicht werden können. …“ (zeit.de)

Den ganzen Kommentar von K. Biermann gibt es hier.

Gaddafi ist tot? Na dann können wir ja gehen…

Wieder einmal scheint die Ignoranz der UN keine Grenzen zu kennen.

Nachdem Gaddafi gestürzt und getötet wurde und das Land droht im Chaos zu verenden, bittet der Übergangsrat die UN im Land zu bleiben und mit zu helfen, einen Startpunkt für eine neue Zeit in Lybien zu setzen. Die Entscheidung der vereinten Nationen lässt mich wirklich an der Intelligenz selbiger zweifeln.

„…Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat einstimmig für das Ende des NATO-Einsatzes in Libyen gestimmt. Nach dem Votum des UN-Gremiums endet das Mandat zum Schutz der libyschen Zivilbevölkerung am 31. Oktober um 23.59 Uhr Ortszeit. Gleichzeitig wird die Flugverbotszone über Libyen aufgehoben. …“ (tagesschau.de)

Wie kann man als so eine Macht verantworten, ein Land in dieser Situation alleine stehen zu lassen. Warum beenden sie die „Hilfsaktion“ gerade jetzt?!

Den ganzen Artikel gibt es hier.

Neuer Trojaner, die selben Probleme [UPDATE]

Ich habe noch eine, meiner Meinung nach sehr bedeutende, Fragestellung (bzw. drei Fragestellungen) in einem F.A.Z. Artikel gelesen, den ich hier mal eben zitieren möchte.

„…Setzt man die neuen Erkenntnisse ins Verhältnis zu den Äußerungen der politisch Verantwortlichen, die sich bisher zu dem Vorgang äußerten, dann ergibt sich ein erschreckendes Bild: Das jüngste verfassungsrechtlich garantierte Grundrecht, das Deutschland hat, verkümmert zu einem Software-Feature, das Schritt für Schritt nachgerüstet wird. Private Firmen und auf individuellem Engagement ruhende Interessenorganisationen übernehmen dabei die Funktion der Protagonisten, während die eigentliche Kontrollinstanz verlegen und ratlos zum Zuschauer wird.

Neben der Frage nach den Grenzen des Rechts und den Möglichkeiten der Technologie bleibt noch eine dritte Frage: Wie viel Macht hat eigentlich die Politik?…“ (faz.net)

Den ganzen Artiekl gibt es hier zu lesen.

Auch Fefe stellt in einem Beitrag klar, was nun ein sinnvoller Schritt für die Behörden wäre.

„…Meine Hoffnung war ja, dass das BKA einfach zugibt, dass das ihr Trojaner ist, damit wir jetzt nicht noch öffentlich darauf hinweisen müssen, dass die Beweislast für die gegenteilige Aussage bei ihnen liegt, und sie sich auch noch stilfrei zum schlechten Verlierer machen müssen, weil sie nicht zu ihren Fehlern stehen und zum Geständnis gezwungen werden müssen. Letztlich hatte ja der Spezialexperte Ziercke schon alle wichtigen Punkte zugegeben, das ist ja echt nur noch eine Formalie hier gerade. Also los, BKA, gebt euch einen Ruck. Ihr seht schon schlecht genug aus. Brust raus, gerader Rücken, Blick nach vorne, und steht zu euren Taten. …“ (blog.fefe.de)

Den ganzen Beitrag von ihm gibt es hier.

Warum Friedrich nicht kommen konnte…

Das Fehlen von Innenminister Friedrich bei der Debatte zum Thema Staatstrojaner im Bundestag hat er nun persönlich entschuldigt…

„…Da ich zum Zeitpunkt der Aktuellen Stunde terminlich verhindert war, habe ich Herrn Parlamentarischen Staatssekretär Dr. Ole Schröder gebeten, mich zu vertreten. Herr Schröder unterstützt mich im Bundesministerium des Innern u.a. in den Bereichen der Inneren und Öffentlichen Sicherheit.

Ich bitte Sie um Verständnis, dass ich meine Termine, bei denen es sich vor allem um vertrauliche Gespräche zur Gewährleistung der deutschen und internationalen Sicherheit handelt, nicht veröffentlichen kann. …“ (abgeordnetenwatch.de)

Um die deutsche Sicherheit hätte er sich auch im Bundestag bemühen können…

Den ganzen Artikel gibt es hier.

Neuer Trojaner, die selben Probleme

Der CCC hat eine zweite Analyse veröffentlicht, in der er eine „fabrikneue“ Version (3.6.44 aus dem Jahr 2010) des Staatstrojaners unter die Lupe genommen hat.

Nachdem die Behörden (BKA, etc.) den ersten vom CCC inspizierten Trojaner, der aus dem Jahr 2008 stammte, für „veraltet und unbenutzt“ bezeichnet haben. Hat der Club jetzt einen weiteren analysiert und ist zu einem Ergebnis gekommen.

„…Der nun vom Club analysierte Trojaner trage die Versionsnummer 3.6.44 und stamme aus dem Jahr 2010 – ist also nach Einschätzung des Clubs „fast fabrikneu“. Er unterscheidet sich nach Angaben des CCC jedoch „nur punktuell von der älteren Variante“. Unter anderem fertigt er keine Screenshots mehr an – ein Vorgehen, das unter anderem von einem bayerischen Landgericht als rechtswidrig beurteilt wurde. …“ (zeit.de)

Auch der ‚zweite‘ Trojaner enthält die bemängelte Funktionen zum nachladen von Software und auch die Ver- und Entschlüsselung, die als ein weiterer Schwachpunkt angegeben wurde, ist laut CCC nicht verbessert worden.

„…Der CCC allerdings gebraucht den Begriff Verschlüsselung in diesem Zusammenhang nur in Anführungszeichen. Denn, so schreiben die Experten des Clubs, die Verschlüsselung sei bei der neuen Version „genauso schlecht implementiert und anfällig für Angriffe“ wie bei der alten. In einem Video zeigen sie, dass sie ihr Trojaner-Steuerprogramm problemlos anpassen konnten, um auch den neuen Trojaner zu kapern. Das Modell 2010 entspreche wie seine Vorgängervarianten „in keiner Weise dem Stand der Technik“, schreibt der CCC. …“ (zeit.de)

Man kommt also auch bei der zweiten Version des Trojaners zum Schluss, dass die Behörden keine Kontrolle über diesen haben. Das liegt nun mal in seiner Natur.

„…Eine für die sogenannte Quellen-Telekommunikationsüberwachung taugliche Spähsoftware muss aus der Hand gegeben werden, um ihre Arbeit auf dem Zielrechner erledigen zu können. Sie muss an der Quelle installiert sein. Damit aber steht sie faktisch unter Kontrolle desjenigen, der den Zielrechner kontrolliert. Nicht umsonst investieren jene, die Trojaner einsetzten, die meiste Mühe darauf, den Einsatz zu verschleiern oder komplett unbemerkt ablaufen zu lassen. Denn ist das Programm einmal enttarnt, ist Gegenwehr kein Problem – bis hin zur Manipulation. …“ (zeit.de)

Das der Herr Friedrich jetzt, wie grade angekündigt, den Quellcode der von Fremdfirme gefertigten Software immer prüfen lassen will, erscheint schon längst überfällig. Die Entscheidung, solche Software nun immer selber zu entwickeln, könnte höchst amüsant werden…

„…Es löst jedoch nicht das zugrunde liegende Kontrollproblem. Oder, wie der CCC in seinem Video erklärt: „Es ist nicht möglich, einen Trojaner zu schreiben, den man nicht imitieren könnte. Mit Trojanern erlangte ‚Beweise‘ sind daher generell leicht manipulierbar.“ …“ (zeit.de)

Den ganzen Artikel gibt es hier.

Die zweite Analyse des CCC ist hier protokolliert.

Kirchenaustritt schwer gemacht. Wir lassen dich nicht so einfach gehen…

Ich habe schon seit längerer Zeit vor, die Mitgliedschaft im größten Verein Deutschlands zu kündigen. Nach dem ich mich jetzt mal mit den Formalitäten beschäftigt habe, viel mir an manchen Stellen wirklich die Kinnlade herunter.

Angefangen beim letzen Ablass den man bringen muss. Um aus der Kirche auszutreten muss man nämlich bezahlen, wie viel hängt vom Wohnort ab, um die dreißig Euro sind es. Diese Entscheidung wurde in NRW 2006 von der Landesregierung der CDU und der FDP getroffen.

„…Die Kirchaustrittsgebühr wurde 2006 von der CDU-FDP-Landesregierung eingeführt, um den Mitgliederschwund der christlichen Kirchen zu stoppen. …“ (kirchenaustritt.de)

?!?! Was für eine Begründung?!

Gegen diese Entscheidung wurde auch schon Beschwerde vor dem Verfassungsgericht eingereicht, jedoch ohne Erfolg. Den richterlichen Beschluss gibt es hier zum nachlesen.

Wenn auch ihr genug von Lüge und Sünde habt, dann schaut mal hier.