Lybien’s Gefängnisse

Es erinnert an die Gräueltat im Abu Salim-Gefängnis 1996, damals wurden an einem einzigen Tag 1200 politische Gefangene exekutiert.

Lybien nach den Aufständen, nach der gewalttätigen Revolution, scheint einem Verbrechen Gaddafis noch ausgesetzt. Immer mehr Berichte von Gefangenen politischen Gegnern die sich seit dem 15. Februar gegen das Regime aufgestellt haben, kommen an’s Tageslicht. Wie z.B. von den Brüdern Tabib und Faisal…

„…In genau diesem Wagen, in genau dieser Zelle wurde ich vier Tage festgehalten“, sagt Abu Bakr Tabib. „Kein Sauerstoff, unerträgliche Hitze. Wir bekamen 30 Stunden lang weder Wasser noch Essen, mussten in die Hose machen. Der Gestank war unerträglich…“

Sie berichten das der besagte Wagen nicht größer war als ein Geldtransporter, dennoch gab es sieben Zellen wo die Gefangenen, mit den Händen an den Metallboden gekettet und dem Kopf eingezogen an der Tür des Käfigs verharren mussten. Dazu die ständige pralle Sonne, die auf den metallenen Wagen schien und die psychische Belastung. Der Tod wurde zur Drohgebärde der Wärter, die die Gefangenen pausenlos beschimpften, schlugen und beleidigten. Nach vier Tagen wurden sie in das berüchtigte Gefängnis Abu Salim gebracht…

„…Tabib und Faisal können froh sein, dass sie mit dem Leben davonkamen: Am Vortag waren in der Halle, vor der der Gefängniswagen steht, noch mehr als vier Dutzend verbrannte Leichen gelegen. Es waren die sterblichen Überreste von Gefangenen des Gaddafi-Regimes. Überlebende des Massakers in dem provisorischen Gefängnis nahe des internationalen Flughafens von Tripolis berichteten, drei oder vier Milizionäre hätten Handgranaten in die Lagerhalle geworfen, während andere Soldaten vom Dach aus mit Maschinenpistolen auf die Wehrlosen Gefangenen schossen. Später wurde das Gefängnis in Brand gesteckt…“

Unter den Opfern waren nicht nur Rebellen/Zivilisten sondern auch eigene Soldaten die dem Schießbefehl auf die Gefangenen nicht nachkamen…

„…Vertreter der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zählten die sterblichen Überreste von mindestens 45 Menschen in der ausgebrannten Wellblechhalle. Die Organisation geht aber von etwa 150 Toten allein in diesem Gefängnis aus: Manche Opfer waren bereits bestattet worden. Nur etwa 20 Menschen hätten während der Massenhinrichtung fliehen können…“

Einer der Flüchtlinge war Fathallah Abdallah, er verlor mindestens zwei seiner drei Söhne bei dem Massaker.

Auf dem Geländes dieses Lagers wurden zwei, von Schaufelradbaggern ausgegrabene, Gruben mit Leichen gefunden.

„…Die Zahl der in den Monaten des Aufstands Gefangenen soll aber wesentlich höher sein. Der Nationale Übergangsrat erklärte, er gehe von 50.000 bis 67.000 Verhafteten allein in den vergangenen sechs Monaten aus. Zudem errechneten die Rebellen, dass in den vergangenen sechs Monaten im Kampf gegen Gaddafi insgesamt 50.000 Kämpfer und Zivilisten getötet wurden…“

Den gesamten Artikel könnt ihr hier, auf sueddeutsche.de nachlesen. (Seite 1 von 3)

The Black Power Mixtape 1967-1975

Ein Trailer zu einem großartigen Film der im der im Winter raus kommt.

Das Beichtgeheimnis abschaffen? Irland tut’s!

„…In Irland soll es künftig unter Strafe stehen, Hinweise auf Kindesmissbrauch nicht umgehend zu melden – auch eine solche Beichte muss gemeldet werden. Auslöser ist die Untersuchung eines Vertuschungsskandals in der Diözese Cloyne. Doch die katholischen Priester wollen nicht kooperieren...“

Das ist meiner Meinung nach ein erster, sehr wichtiger, Schritt zur Trennung von Staat und Religion. Ich verstehe nicht wie man denken kann das die Kirche ein rechtsfreier Raum ist, oder geschweige denn, sich als so ein moralisches Institut das Recht heraus zu nehmen über Bestrafungen nach Verbrechen (größten Teils Verlegungen in andere Bezirke) zu entscheiden und wann man mit einem Fall an die Öffentlichkeit geht oder nicht. Das macht die Sache nicht besser, damit macht man sich zum Mittäter! Irland macht hiermit, gegenüber anderen Staaten, einen wahren Satz nach vorne. Die Priester, Bischöfe und andere manövrieren sich damit in ihre eigens gegrabene Grube, denn wer nicht freiwillig von Missbrauch, Mord oder ähnlichen Straftaten berichtet, der hat mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit etwas zu verbergen.

„…Wer gedacht hatte, die Dimensionen des Kindesmissbrauchs-Skandals in der katholischen Kirche Irlands seien inzwischen bekannt, der sah sich vergangenen Monat getäuscht: Da wurde nämlich der sogenannten Cloyne Report veröffentlicht, die amtliche Untersuchung der Vertuschung von Missbrauchsfällen in der irischen Diözese Cloyne. Das Ergebnis: Der Vatikan hatte aktiv dafür gesorgt, dass Fälle sexueller Gewalt an Kindern nicht angezeigt und vor Gericht gebracht wurden. Die Regierung in Dublin schäumte…“

Sprach nicht der Papst vor einer Woche in Madrid noch davon das viele junge Leute vom Glauben abfallen? Wieso wundert er sich?! Menschen die aus freiem Willen einer Organisation wie seiner eigenen, der Kirche, dienen, so zu ‚hintergehen‘?! Denkt dieser dumme Mensch die Leute würden der Kirche immer noch so frenetisch und blauäugig hinterherlaufen wie im Mittelalter?!

Außenminister Eamon Gilmore, ein Mann mit Verstand…

„..Außenminister Eamon Gilmore bestellte den päpstlichen Nuntius, also den Botschafter des Vatikans in Irland ein: „Ich habe ihm gesagt, dass die irische Regierung es inakzeptabel findet, dass Priester durch die Einmischung des Vatikans glauben durften, dass sie Missbrauchsfälle nicht vor Gericht bringen müssen.“ Also zog Gilmore die Konsequenzen: „Nachdem die katholische Kirche einmal mehr gezeigt hat, dass sie mit den Missbrauchsfällen nicht angemessen umgeht, sieht sich die Regierung gezwungen, Gesetze zu verabschieden, nach denen es strafbar ist, Informationen über Kindesmissbrauch zurückzuhalten…“

Die Aufregung für diesen Artikel brachte mir die ARD ein, hier geht’s lang!

BLU – Bing Bang Big Boom

Wem das gefällt, der mag’s auch hier (Homepage BLU)

Das wohl berühmteste Bild in Berlin stammt auch von BLU.

Under nuclear threat

Diese Installation ist während dem Dockville Festival in Hamburg entstanden. Sehr schön, wie ich finde…

 

 

 

 

 

 

 

Den Rest der Bilder gibt es hier. Gefunden habe ich das ganze auf  woostercollective.com

…Stell dir vor es spricht ein Nazi und keiner geht hin…

Weiterführung zum Artikel von gestern.

Diesmal geht es dennoch nicht direkt um die Niederlande.

Die Freiheit‚ ist eine rechtspopulistische Partei die vor allem in den Niederlanden extreme und dadurch sehr beängstigende Erfolge erzielt. Bei der Parlamentswahl 2006 regnete es aus dem Stand heraus 150 Mandate (5,9%), dieser Trend bestätigte sich dann 2010 bei den Wahlen. Mit 15,55% zog ‚die Freiheit‘ ins niederländische Parlament, als drittstärkste politische Kraft, ein. An ihrer Spitze, Geert Wilders (Das seine Mutter aus Westjava, Indonesien, kam und damit unter niederländischer Kolonialherrschaft aufgewachsen ist, ist nur einer von vielen Fakten die eigentlich ausschließen sollten das er Nazi wird). Naja, seisdrum, er ist einer, schlimm genug. Dieser Geert Wilders jedenfalls ist jetzt Vorsitzender der Partei ‚die Freiheit‘. Diese gibt es auch in Deutschland und da grade Wahlkampf in Berlin ist will natürlich auch sie sich durchsetzen, so lud die Partei die eigene Koryphäe, Geert Wilders, zum Schlussspurt im Wahlkampf ein. Er soll hier auf einer Veranstaltung vor Jungen und alten Nazis sprechen. Doch die Sache hat leider einen Haken…

„…Geert Wilders, Held der europäischen Islamkritiker, spricht auf einer Veranstaltung der rechtspopulistischen Partei „Die Freiheit“ – und keiner geht hin. Um einer Blamage zu entgehen, muss die Partei ihren „Stargast“ nun zu Sonderkonditionen verschleudern…“

Grund für das Nichterscheinen der Gehirnlosen waren anscheinend die horrenden Preise für die Veranstaltung…

„…100 Euro für einen Platz in der ersten, 80 Euro in der zweiten, 60 Euro in der dritten Reihe und immerhin 35 Euro weiter hinten. Mit den teuren Sicherheitsvorkehrungen „für eine der zehn meistgeschützten Personen Europas“ begründet „Freiheit“-Bundesvorstand Felix Strüning die hohen Preise…“

Nun, bei den Preisen blieben, wie gesagt, die Besucher aus (350 von 840 Plätzen vergeben). Also hatte der Veranstalter eine, für seinen Intellekt, grandiose Idee um Wilders nicht zu enttäuschen…

„…Fünf Tage vor Wilders Auftritt bieten die Berliner Rechtspopulisten nun die Plätze im Saal zu Sonderkonditionen an. Interessierte, „die nicht in der Lage sind, die hohen normalen Eintrittspreise zu entrichten“, könnten an der Abendkasse zahlen, was „sie für angemessen halten“, ließ die Partei in ihrem Infobrief wissen.Zwischen fünf und zwanzig Euro sollen die Sitze dort kosten – und damit nur einen Bruchteil dessen, was die Partei bis dahin nehmen wollte…“

Ich würde mich bezahlen lassen, wenn ich mir diesen Schund anhören müsste!

Den gesamten, ideegebenden, Text gibt’s hier.

Quizshow für Asylbewerber

„…Ihr Asylantrag wurde abgelehnt, doch für eine neue TV-Quizshow in den Niederlanden werden sie so zu Kandidaten: Asylbewerber können beim bunten Ratespiel Geld gewinnen – für einen „neuen Start in der alten Heimat“. Abgefragt wird ausgerechnet Wissen über das Land, das nun doch nicht ihre neue Heimat wird…“

Die Regierung in den Niederlanden scheint auch mediell weiter um sich zu greifen. Es wirkt wie aus einer Satire Sendung oder einem Film. Es wird sich über den jeweiligen Kandidaten schamlos lustig gemacht wenn man sich mal das Konzept ansieht:

„…Fünf Asylbewrber, deren Anträge abgelehnt wurden, haben hier noch einmal die Chance, 4000 Euro zu gewinnen – für einen „neuen Start in der alten Heimat“. Gefragt sei Wissen über das Land, das nun doch nicht zur Heimat wird, etwa nach dem Königshaus, nach Kunst, Sprache, Geschichte und so weiter…“

…und irgendwie überbietet nur noch die Regierung selber die Sendung an Dummheit…

„…Die Teilnehmer im Alter von 18 bis 25 Jahren leben nach Angaben des Senders alle seit ihrer Kindheit im Land. „Das sind Niederländer“, erklärt die Sprecherin, „und zwar vielversprechende“. Ein Kandidat habe Medizin studiert, ein anderer Luftfahrttechnik, ein dritter habe eben erst die Schule abgeschlossen – „mit sehr guten Noten…“

… Warum schiebt man diese Leute dann ab?! Treibt einen der Rechtsradikalismus als Regierungsführung wirklich soweit, das glasklare Chancen für die Zukunft des eigenen Landes, die eigene Jugend, ignoriert werden um die eigenen Ideale zu verteidigen?! Mit wie großen Scheuklappen kann man rum laufen und wie sehr kann Geschichte an einem vorbei gehen??!! Das sind die einzigen Fragen die ich mir dabei Stelle.

Den gesamten Bericht über die TV Sendung gibt es hier.